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Warum wird man heute Hebamme?

Warum wird man heute Hebamme?

Ich habe meine Kollegin Nina, die gerade dabei ist Hebamme zu werden darum gebeten ihren Blick auf Geburtshilfe und die Hindernisse, die dieses Thema gesellschaftlich gerade aufwirft darzustellen. Dies ist der Erste von in Zukunft mehreren Gastbeiträgen für unseren Blog.

Warum wird man heute Hebamme? Gefragt und gebraucht sind sie allemal. Die Anforderungen sind derzeit ohne Frage überwältigend, die Hürden genauso und die Aussichten, naja.

Für mich war es trotzdem der richtige Weg und ich muss sagen: Je mehr man sich dem Thema widmet, desto klarer wird – der Hebammenmangel resultiert nicht nur in einer Degradierung für meinen zukünftigen Berufsstand, er resultiert in einer Benachteiligung für uns alle, die eine Familie sind, haben oder wollen. Wer heute eine ganzheitliche, allumfassende und vertrauensvolle Betreuung wünscht und dann auch noch den Geburtsort seines Kindes frei wählen möchte, der muss schnell sein. Für viele ist das eine Überforderung in einer Situation, die eigentlich Sicherheit und Struktur und vor allem Zeit zur Eingewöhnung erfordert.

Jeden Tag aufs Neue sehe ich allerdings: Was es an Menschlichkeit im Gesundheitssystem fehlt, dass versuchen sehr viele Hebammen durch persönliche Hingabe wett zu machen. Ich versuche mir dieses Beispiel zu Herzen zu nehmen aber man merkt auch vielen Hebammen an, dass es sehr an den Kräften zehrt gegen eine so große Windmühle zu kämpfen.

Hebammenarbeit mündet nicht nur in der Geburt, sie ist jedoch Dreh und Angelpunkt in meiner Entscheidungsfindung zur Hebamme gewesen. Geburt verändert, dass ist ein klares Gesetz. Was also mitschwingt, wenn man das Vertrauen der Familie in diesem wichtigen Moment bekommt, ist gar nicht mal die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf, sondern die Verantwortung dafür Intimität und Vertrauen über die derzeitige Situation zu priorisieren. Ich persönlich stehe am Anfang und kann nur beginnen zu begreifen wie wertvoll es ist Frauen dabei zu helfen sich stark zu fühlen. Aber auch mir ist klar, eine selbstbestimmte Geburt ist ein unfassbar hohes Gebot, das in den letzten Jahren stark bedroht ist.

Es tut mir leid, zu sehen in welcher Situation junge Familien sich heute oft wiederfinden. Die Geburtenrate steigt, das ist etwas schönes – die Kosten, die durch eine Geburt und für die Versicherungen entstehen jedoch auch, das Problem ist denke ich den meisten bekannt. Hebammen versuchen seit Jahren ihrem Recht und dem Recht der Frau eine Stimme zu verschaffen.

Es ist wahrlich eine schwere Geburt, aber ich will hoffnungsvoll sein. Weil ich in meiner (unserer) Generation den Wunsch und das Streben nach gemeinsamer Verbesserung und den Drang zur Aufklärung in vielen Bereichen beobachten darf. Sei es das, oder die Tatsache dass das Vertrauen und die Wertschätzung, die man als Hebamme entgegen gebracht bekommt (ohne pathetisch klingen zu wollen) in der Tat jede Mühe wert ist.

Fest steht, es kann auch anders laufen. Das sieht man in der außerklinischen Geburtshilfe und auch bei vielen der stark überlasteten Klinik-Hebammen, die sich trotz der Hürden und der enormen Belastung für eine würdevolle, selbstbestimmte Geburt einsetzen. Ich denke das ist ein ganz wichtiger Punkt – auf die Missstände hinzuweisen ist wichtig, hoffnungsvoll bleiben jedoch auch. Ich kann nur allen werdenden Eltern empfehlen, informiert euch. Informiert euch über eure Rechte: das Recht auf die Wahl des Geburtsortes, auf 1:1 Betreuung, auf eine respektvolle, gewaltfreie und selbstbestimmte Geburt. Es lohnt sich meiner Meinung nach immer, für das einzustehen, was man als sein Recht erkennt. Ich habe es mir fest vorgenommen und ich hoffe viele Gleichgesinnte an meiner Seite zu haben ­­– für den Berufsstand und für werdende/wachsende Familien.

Die Vor- und Nachteile des Selbstständigseins

Die Vor- und Nachteile des Selbstständigseins

Irgendwie wusste ich schon immer, dass ich mal ‘was eigenes’ machen wollte. Es war eher so ein unterschwelliges Gefühl. Im Anzug zur Arbeit, meine Zeit im Büro absitzen, das kam mir immer schon absurd vor. Klar, auch ich war schonmal in einem angestellten Arbeitsverhältnis und es war nicht das typische nine to five-Umfeld, trotzdem fand ich es überhaupt nicht befriedigend. Aus Geld habe ich mir noch nie viel gemacht, oder sagen wir so: Das Geld, das ich zum Leben brauche ist auf jeden Fall so wenig, dass jeder Karriereplan davon unberührt bleibt. Wenn mich etwas nervt oder ich etwas als sinnlos empfinde, analysiere ich das Problem und versuche es zu lösen. Bei manchen Sachen ist das natürlich nicht immer möglich, aber gepaart mit meiner “ich kann das eh alles besser” Attitüde führt das leider oft zu Größenwahn und in diesem Fall zu meiner Selbstständigkeit mit Manitober. Ich benutze selbstständig in dem Fall als Synonym für Selbstverantwortlich, denn ich bin ja kein klassischer Freelancer. Trotzdem ähneln sich die Vor-und Nachteile des selbstverantwortlichen Arbeitens egal ob Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler meiner Meinung nach. Während man als Angestellter auch mal untertauchen kann und mit etwas Geschick einfach ein paar Tage nichts schafft, heißt es bei Selbstständigen ja vielmehr: Von nichts kommt nichts. Und wer weiß, dass er fürs Nichtstun nicht bezahlt wird, der sucht sich natürlich lieber einen Job, der sich nicht zu sehr nach Arbeit anfühlt. Auch deshalb ist die allgemeine Wahrnehmung des Selbstständigen eher die des Müßiggängers. Natürlich kann man spontan Urlaub machen, mittags Bier trinken und sich auch mal zwei Monate Auszeit nehmen, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, es ist nicht so leicht und erfordert schon eine gewisse Vorarbeit. Wahrscheinlich ist genau das der Unterschied: Als Selbstständiger versucht man seine Position zu optimieren, bessere Jobs zu bekommen, das Portfolio zu verbessern, sich etwas aufbauen. Davon kann man dann später zehren, während man als Angestellter nur langsam die Leiter aufsteigt und doch irgendwie immer von vielen Anderen abhängig ist. Mir gefällt einfach die Kombination aus Freiheit und dem Gefühl seine eigene Idee zu verwirklichen. Ich kann verstehen, wenn man damit hadert selbstverantwortlich zu arbeiten, sei es wegen der finanziellen Sicherheit, die erarbeitete Situation nicht aufgeben zu wollen oder der andauernde bürokratische Aufwand. Doch für mich ist der wichtigste Grund, sich das ganz genau zu überlegen der Fakt, dass man immer arbeitet, selbst wenn man denkt, man tut es nicht. Selbst und ständig halt. Ich muss zugeben, ich habe das auch unterschätzt und während manch jetzt vielleicht auf der Couch ihren Feierabend genießen, sitze ich abends auf der Couch und tippe diese Zeilen. Wer also nicht so gut abschalten kann, eine ziemlich perfektionistische Ader hat und selten mit sich zufrieden ist, der sollte sich bewusst sein, dass das Gründer-Dasein einen länger im Alltag begleitet als der “nine-to-five”-Job. Alle anderen Sorgen hingegen werden sich schnell als ‘richtige Entscheidung’ herausstellen. :)

Elektro Roller Invasion

Elektro Roller Invasion

Wer in einer größeren Stadt lebt, dem wird es schwer gefallen sein, die Armee an Elektro Tretrollern zu übersehen, die seit einigen Wochen das Stadtbild prägen. Da ich sie selber nicht nutze, fühle ich mich leider dazu hingerissen sie als extrem überflüssig zu empfinden und das liegt nicht an meinem Vorbehalt gegenüber schnellen Fortbewegungsmitteln. Vielleicht sind sie ja ein fehlendes Puzzle-Teil in der urbanen Mobilität? Ich habe allerdings meine Vorbehalte. Interessant bei den meisten Anbietern: Die Daten der Roller sind dank open data policy abrufbar. Das bedeutet, die Bewegungen, Standzeiten und zurückgelegten Wege sind leicht nachzuvollziehen und analysieren. Und genau das haben schon einige getan: Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass die durchschnittliche zurückgelegte Strecke genau zwischen zu Fuß gehen (0,9 km) und Fahrrad fahren (3,4 km) liegt. Vor allem in Hamburg, wo es tatsächlich nur 3 ½ U-Bahn und 2 ½ S Bahn Linien gibt oder in Berlin, wo alle Wege einfach unglaublich land sind, fühle ich mich tatsächlich manchmal ohne Fahrrad etwas unmobil.
Die Bezeichnung E-Roller ist umwelttechnisch aber eher irreführend. Zwar ist die Fortbewegung ‘emissionslos’, aber natürlich müssen die Roller auch geladen werden, wozu sie mit dem Auto eingesammelt werden. Ihr seht schon wohin das geht…
Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Rollers bewegt sich, je nach Quelle, zwischen ein und sechs Monaten, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen… Setzt man nun die Herstellung der Roller, die Aufladung und Reparatur im Verhältnis zu den eingesparten Fahrten mit Autos bleibt es fragwürdig, ob sich bei 2-3 Ausleihen/Tag, wie eine Datenanalyse herausfand, ein positiver Impact auf die Umwelt einstellt.